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Neugeborenen-Hörscreening: Bessere Betreuung für Kinder und Eltern

07.01.2019

Seit 2009 gibt es in Deutschland das Neugeborenen-Hörscreening. Dabei testen Ärzte das Gehör von Babies nur wenige Tage nach der Geburt. Wird ein Hörschaden erkannt, soll jetzt in Baden-Württemberg die anschließende Betreuung von Eltern und Kindern verbessert werden.

Babies, die nicht richtig hören, können auch nicht richtig Sprechen lernen. Weil ein Hörschaden bei Kleinstkindern allerdings nur schwer festzustellen ist, gibt es seit mehr als zehn Jahren in ganz Deutschland für alle Neugeborenen ein klinisches Hörscreening. Der für das Baby schmerzfreie Hörtest wird von den Ärzten noch in den Geburtskliniken durchgeführt. Ist der Hörtest auffällig, sollten die Kinder nach ein paar Monaten noch einmal gründlich untersucht werden, um die Ergebnisse zu bestätigen und gegebenenfalls Hilfsmittel und Therapien zu bekommen.

Neue Hörtrackingzentrale in Heidelberg

Um die Ergebnisse des Hörscreenings nachverfolgen und Eltern besser beraten zu können, wurde jetzt in Baden-Württemberg eine Hörtrackingzentrale eingerichtet, wie sie es auch schon in anderen Bundesländern gibt. Hier sollen zukünftig mit dem Einverständnis der Eltern alle Daten der Tests gesammelt und Kontakt zu den betroffenen Familien gehalten werden. Dazu gehört zum Beispiel, dass die Eltern zweimal angerufen werden. Über die Zentrale können auch Beratungstermine organisiert werden oder weitere Untersuchungen veranlasst, um die Ergebnisse des Hörscreenings noch einmal zu überprüfen. Wird das Ergebnis bestätigt, sollten die Kinder innerhalb von sechs Monaten notwendige Hilfsmittel und Therapien bekommen.

Die schnelle Hilfe ist deshalb so wichtig, weil der eigentliche Hörprozess im Gehirn stattfindet. Über den Hörnerv werden die im Ohr in elektrische Signale umgewandelten Schallwellen an das Gehirn weitergeleitet. Kommen keine elektrischen Signale im Gehirn an, bilden sich die für das Hören notwendigen neuronalen Verbindungen nicht aus. Je nach Grad der Schwerhörigkeit, können die betroffenen Kinder später nur unter größten Schwierigkeiten sprechen lernen. „Nur wer richtig hört, kann auch richtig sprechen lernen“, so der Leiter des Zentrums in Heidelberg und Geschäftsführender Direktor der HNO-Klinik, Prof. Peter Plinkert. „Leider bekommen bis zu 40 Prozent der betroffenen Kinder zu spät die richtige Förderung und Behandlung, was große Auswirkungen auf ihren Lebensweg haben kann.“

Der Pädakustiker – ein Hörakustiker nur für Kinder

Für Kinder gibt es Hörakustiker, die eine Spezialausbildung absolviert haben: Pädakustiker. Pädakustiker sind darin geschult, Hörtests und Hörgeräte-Anpassungen bei Kindern vorzunehmen und Eltern zu beraten.

Weihnachtseinkauf: Bei Kinderspielzeug auf Lautstärke achten

07.12.2018

Gerade bei Kinderspielzeug ist Sicherheit besonders gefragt. Damit nicht schon unter dem Weihnachtsbaum die ersten Hörschäden entstehen, hier ein paar gute Tipps für den Weihnachtseinkauf.

Gerade erst hat die Stiftung Warentest wieder Alarm geschlagen. In einer Pressemitteilung von Anfang Dezember warnt sie, jedes vierte Produkt für Kinder sei mangelhaft. Über ein Viertel der untersuchten Produkte wiesen demnach schwerwiegende Sicherheitsmängel auf. Bemängelt werden Unfallgefahren, Schadstoffbelastung und mangelhafte Datensicherheit.

Beim Einkauf von Weihnachtsgeschenken helfen diese Tipps weiter:

Achten Sie auf Gütesiegel

Offizielle Gütesiegel sind zum Beispiel das „GS“-Zeichen, „Der blaue Engel“ und „TÜV“. In der EU hergestelltes Spielzeug ist womöglich sicherer.

Achten Sie auf Schadstoffe

Gerade kleine Kinder nehmen Spielsachen gerne in den Mund oder lutschen daran. Es ist deshalb wichtig, dass Spielsachen farbecht sind oder nicht chemisch oder scharf riechen. Gut ist es, wenn man Kuscheltiere oder anderes Spielzeug aus Textil waschen kann. Waschen Sie die Sachen noch vor dem Verschenken!

Achten Sie auf die Lautstärke und Verletzungsgefahr

Selbst wenn Kinder besonders schlau oder reif für ihr Alter erscheinen, können sie zum Beispiel die Gefahr nicht erfassen, die von zu lautem Spielzeug ausgeht. Zu nah an das eigene Ohr oder das Ohr eines Spielpartners gehalten, können bei einem lauten Impulsgeräusch dauerhafte Hörschäden entstehen. Nicht nur die Spielzeugpistole ist zu laut, auch eine kleine Trommel oder Pfeife kann schnell eine hörschädigende Lautstärke erreichen.

Kaufen Sie altersgerechtes Spielzeug

Kinder sollten vom neuen Spielzeug weder unter- noch überfordert sein. Das gilt sowohl körperlich wie geistig. Beobachten Sie die Kleinen genau oder lassen Sie sich Tipps von den Eltern geben, dann gibt es am Weihnachtsabend eine freudige Überraschung und keine Tränen.

Übrigens: Wenn Sie  in den Weihnachtsurlaub fliegen, achten Sie darauf, das Gehör der Kleinen zu schützen. Sie vertragen den Druckausgleich im Flieger oft nicht. Was hilft, verrät Ihnen Ihr Pro Akustiker.

Wenn das Hörgerät mit dem Smartphone spricht

21.09.2018

Smartphone und Hörgerät sind zusammen ein besonders starkes Team. Vorausgesetzt, die direkte Verbindung läuft stabil und ist einfach herzustellen. Dafür braucht es Standard-Schnittstellen, die es jetzt auch für Smartphones mit Android-Betriebssystem gibt.

Angefangen hat es mit dem Hörgerät „made for iPhone“ des Hörgeräteherstellers GN Hearing, in Deutschland bekannt durch Hörgeräte der Marke ReSound. Weil das Betriebssystem iOS der Apple-Mobiltelefone über eine besondere Standardschnittstelle für Hörgerät verfügt, war die direkte und stabile Anbindung an die Hörsysteme möglich. Die Nutzer von entsprechenden Hörgeräten konnten damit erstmals direkt und ohne weiteres Zubehör mit dem Handy das Hörsystem steuern, Musik hören oder Telefonanrufe entgegen nehmen. Im letzten Jahr zeigte eine Partnerschaft des Unternehmens mit dem Hausgerätekonzern Miele, dass sich sogar vernetzte Hausgeräte wie ein Wäschetrockner direkt auf das Hörgerät schalten lassen, um zum Beispiel das Ende eines Trockenvorgangs durchzugeben.

Google-Partnerschaft für Hörgeräte-Streaming

Für Mobiltelefone mit dem Betriebssystem Android von Google gab es solch eine Standardschnittstelle bislang nicht. Das ändert sich jetzt. “Laut Weltgesundheitsorganisation leben ca. 466 Millionen Menschen weltweit mit einem Hörverlust. Diese Zahl wird bis 2050 wahrscheinlich auf 900 Millionen Menschen ansteigen. Google arbeitet zusammen mit GN Hearing an einem neuen offenen Standard für Hörgeräte-Streaming, der in zukünftigen Versionen von Android-Geräten integriert sein wird“, erklärte Seang Chau, Vice President of Engineering bei Google, anlässlich der Bekanntgabe der neuen Partnerschaft. Wer ein Smartphone mit Android-Betriebssystem besitzt und die entsprechenden Hörgeräte, wird beide Geräte direkt verbinden können, ohne auf ein zusätzliches Gerät zur Übertragung angewiesen zu sein. Für Anders Hedegaard, CEO von GN Hearing, steht ebenfalls der Nutzen im Vordergrund. Man fühle sich geehrt, Googles Partner zu sein bei dieser wichtigen Entwicklung, die direktes Streaming für noch mehr Hörgeräte-Träger mit Android-Geräten ermöglichen werde. GN Hearing ist demnach der erste Hörgeräte-Hersteller, der den neuen Standard
anwenden wird. In Zukunft sollen aber auch andere Hörgeräte-Hersteller den Standard nutzen können, um eigene Android-Anbindungen für ihre Geräte zu entwickeln.

Es lohne sich auf jeden Fall, seinen Hörakustiker nach Hörsystemen zu fragen, die sich direkt mit dem Smartphone verbinden lassen, sagen die Experten vom Qualitätsverband Pro Akustik. Der Hörakustiker kann demonstrieren, wie die Anbindung funktioniert, welche Vorteile sich daraus ergeben und erklärt auch, für wen sich das besonders lohnt. Auf dem Internationalen Hörakustiker-Kongress im Oktober in Hannover werden außerdem entsprechende neue Hörgeräte und Funktionen vorgestellt.

Fit für die Ferien mit Hörsystemen

25.06.2018

Sommerzeit ist Ferienzeit. Allen, die mit Hörsystemen reisen, hilft eine Checkliste bei der Reiseplanung. Das sind die wichtigsten Punkte:

Vor Reiseantritt an den Servicetermin beim Hörakustiker denken:
Lassen Sie Ihre Hörsysteme noch vor der Abfahrt beim Hörakustiker Ihres Vertrauens durchchecken, um keine bösen Überraschungen zu erleben.

Batterien oder Adapter mitnehmen:
Nicht in allen Ländern und Orten sind Hörgeräte-Batterien einfach zu besorgen. Decken Sie sich daher besser vor dem Urlaub mit Ersatzbatterien ein. Wer Hörgeräte mit Akkus benutzt, sollte sich erkundigen, ob die Stecker der europäischen Norm entsprechen. Im Zweifelsfall nehmen Sie den passenden Adapter mit, um ein sicheres Aufladen zu gewährleisten.

Trockenbeutel und Pflegeprodukte nicht vergessen:
Auch im Urlaub sollten die Hörsysteme jeden Abend gut getrocknet werden. Wer dabei auf der sicheren Seite sein will, nimmt dafür eine Trockenbox. Ausdrücklich nicht zu empfehlen ist, die empfindliche Technik auf dem Fensterbrett in der Sonne oder auf der Heizung zu trocknen. Auch das überhitzte Auto ist kein guter Aufbewahrungsort. Zur Pflege reicht ein weiches Tuch, mit dem Sie leichte Verschmutzungen einfach und schonend entfernen können.

Erst die Sonnencreme, dann das Hörsystem:
Cremes können Filter und Mikrofone verstopfen, das gilt auch für Sonnencreme. Deshalb erst cremen, dann die Hände säubern und die Hörsysteme einsetzen.

Für sichere Aufbewahrung am Strand sorgen:
Überall Sand, das wünschen wir uns vom Strand. In den Hörsystemen hat der allerdings nichts zu suchen. Vor dem Baden sollten sie vorsichtshalber herausgenommen und sicher in einer dichten Box aufbewahrt werden. Unter Umständen ist es sogar sinnvoll, die Hörsysteme gar nicht erst mit zum Baden zu nehmen. Schließlich sind sie nicht nur für den Benutzer wertvoll, sondern könnten auch für Strandräuber zu einer begehrten Beute werden.

Achtung bei Start und Landung:
Sie haben Probleme mit dem Druckausgleich? Dann empfehlen wir, die Hörsysteme bei Start und Landung des Flugzeugs herauszunehmen. Benutzen Sie stattdessen Gehörschutz mit einem Spezialfilter, der den Druckausgleich verlangsamt und so unangenehme Schmerzen vermeiden hilft.

Alles, was Sie für den erholsamen Urlaub mit Hörsystemen brauchen sowie weitere Informationen, finden Sie bei Ihrem Pro Akustiker. Die Experten für gutes Hören raten zudem: Rufen Sie vorher an und vereinbaren Sie einen Termin, um Wartezeiten zu vermeiden.