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Fit für die Ferien mit Hörsystemen

25.06.2018

Sommerzeit ist Ferienzeit. Allen, die mit Hörsystemen reisen, hilft eine Checkliste bei der Reiseplanung. Das sind die wichtigsten Punkte:

Vor Reiseantritt an den Servicetermin beim Hörakustiker denken:
Lassen Sie Ihre Hörsysteme noch vor der Abfahrt beim Hörakustiker Ihres Vertrauens durchchecken, um keine bösen Überraschungen zu erleben.

Batterien oder Adapter mitnehmen:
Nicht in allen Ländern und Orten sind Hörgeräte-Batterien einfach zu besorgen. Decken Sie sich daher besser vor dem Urlaub mit Ersatzbatterien ein. Wer Hörgeräte mit Akkus benutzt, sollte sich erkundigen, ob die Stecker der europäischen Norm entsprechen. Im Zweifelsfall nehmen Sie den passenden Adapter mit, um ein sicheres Aufladen zu gewährleisten.

Trockenbeutel und Pflegeprodukte nicht vergessen:
Auch im Urlaub sollten die Hörsysteme jeden Abend gut getrocknet werden. Wer dabei auf der sicheren Seite sein will, nimmt dafür eine Trockenbox. Ausdrücklich nicht zu empfehlen ist, die empfindliche Technik auf dem Fensterbrett in der Sonne oder auf der Heizung zu trocknen. Auch das überhitzte Auto ist kein guter Aufbewahrungsort. Zur Pflege reicht ein weiches Tuch, mit dem Sie leichte Verschmutzungen einfach und schonend entfernen können.

Erst die Sonnencreme, dann das Hörsystem:
Cremes können Filter und Mikrofone verstopfen, das gilt auch für Sonnencreme. Deshalb erst cremen, dann die Hände säubern und die Hörsysteme einsetzen.

Für sichere Aufbewahrung am Strand sorgen:
Überall Sand, das wünschen wir uns vom Strand. In den Hörsystemen hat der allerdings nichts zu suchen. Vor dem Baden sollten sie vorsichtshalber herausgenommen und sicher in einer dichten Box aufbewahrt werden. Unter Umständen ist es sogar sinnvoll, die Hörsysteme gar nicht erst mit zum Baden zu nehmen. Schließlich sind sie nicht nur für den Benutzer wertvoll, sondern könnten auch für Strandräuber zu einer begehrten Beute werden.

Achtung bei Start und Landung:
Sie haben Probleme mit dem Druckausgleich? Dann empfehlen wir, die Hörsysteme bei Start und Landung des Flugzeugs herauszunehmen. Benutzen Sie stattdessen Gehörschutz mit einem Spezialfilter, der den Druckausgleich verlangsamt und so unangenehme Schmerzen vermeiden hilft.

Alles, was Sie für den erholsamen Urlaub mit Hörsystemen brauchen sowie weitere Informationen, finden Sie bei Ihrem Pro Akustiker. Die Experten für gutes Hören raten zudem: Rufen Sie vorher an und vereinbaren Sie einen Termin, um Wartezeiten zu vermeiden.

 

Klein, fein, unauffällig: Im-Ohr Hörgeräte nutzen die Schalltrichterfunktion der Ohren

10.06.2018

Wer erkennt, aus welcher Richtung ein Ton kommt, kann sich im Alltag wie im Gespräch in geselliger Runde besser orientieren. Für das räumliche Hören spielt die natürliche Form der äußeren Ohren eine entscheidende Rolle, haben jetzt Wissenschaftler der Universitäten Leipzig und Montreal genauer erforscht. Benutzer von Im-Ohr Hörgeräten profitieren weiterhin von der natürlichen Schalltrichterfunktion der Ohren.

Natürliche Funktionen erhalten

Ob ein Schallsignal von rechts oder von links kommt, erkennt das Gehirn durch eine leichte Zeitverzögerung, mit der es auf dem rechten oder linken Ohr eintrifft. Das war bereits bekannt. Jetzt haben die Wissenschaftler erkannt, dass die Form unserer Hörorgane mit all ihren Unregelmäßigkeiten beeinflusst, wie die aus allen Richtungen eintreffenden Schallwellen in das Innenohr reflektiert werden. Aus diesen individuellen Reflektionsmustern ermittelt unser Gehirn, ob ein Ton von oben oder unten kommt. Das ist nur möglich, weil das Gehirn die Form der eigenen Ohren genau kennt und die Aktivitäten im Hörcortex entsprechend gesteuert werden.

Bei einem Hörverlust kommen an dieser Stelle Im-Ohr Hörgeräte ins Spiel. Weil sie direkt im Gehörgang sitzen, kann die Ohrmuschel wie beim natürlichen Hören als Schalltrichter und Reflektor funktionieren. Bei Hörgeräten, die hinter dem Ohr getragen werden, muss diese Aufgabe die Mikrofontechnik leisten. Zwar könne sich das Gehirn darauf einstellen und anpassen, braucht dafür aber Zeit für die Gewöhnung, so die Wissenschaftler. Sie wollen mit ihren Forschungen dazu beitragen, Hörgeräte zu verbessern, merken aber auch an, dass Patienten häufig unterschätzen, dass das Gehirn Zeit zur Gewöhnung braucht, um sich an die neuen Bedingungen mit Hörgeräten zu gewöhnen.

Unauffällig im Gehörgang

Kein Ohr ist wie das andere, jedes ist absolut einzigartig. Deshalb gehört es zur hohen Kunst des Hörakustikers, aus einem Ohrabdruck ein maßgeschneidertes Gehäuse zu fertigen, dass auf den Millimeter in den Gehörgang des Kunden passt. Daraus ergibt sich ein weiterer Vorteil der Im-Ohr-Geräte: Man sieht sie kaum. Das, so zeigt die Erfahrung wie Umfragen, spielt bei der Entscheidung für Hörgeräte immer noch eine wichtige Rolle. Auch die Einstellung der Hörgeräte lässt sich weitgehend unauffällig verändern. Man nimmt einfach sein Smartphone zur Hand und bedient die entsprechende App, die drahtlos mit den Hörgeräten verbunden ist. Unauffälliger geht es nicht.

Alternative sitzt hinter dem Ohr

Eine Einschränkung allerdings gibt es: Wenn die Gehörgänge zu eng sind oder der Hörverlust zu weit fortgeschritten. In diesem Fall empfehlen die Hörakustiker kleine Hörgeräte, die die Kunden ganz unauffällig hinter dem Ohr tragen. Die Welt der Töne ist im Sommer besonders vielfältig. Es lohnt sich, genau hinzuhören und dem eigenen Hörsinn Aufmerksamkeit zu schenken, wissen die Mitglieder des Qualitätsverband Pro Akustik. In ihren Meisterbetrieben führen sie Ihnen gerne persönlich vor, auf was es dabei ankommt.

Gefühle kann man hören

30.05.2018

Im täglichen Zusammenleben ist es wichtig, andere Menschen gut einschätzen zu können. Dabei spielt unser Gehör eine wichtige Rolle. Forscher an der US-amerikanischen Yale University haben jetzt herausgefunden, dass man Gefühle anderer besser einschätzen kann, wenn man sich in erster Linie auf sein Gehör verlässt. Zwischentöne in der menschlichen Sprache verraten oft mehr als das Verhalten.

Für die Gewichtung des Seh- und Hörsinns bei der emotionalen Beurteilung des Gegenübers haben die Wissenschaftler um Michael W. Kraus mit rund 1.800 Probanden zahlreiche Experimente gemacht. Sie mussten sowohl in Zweiergruppen miteinander reden als auch die Gespräche fremder Personen beobachten und beurteilen. Die Versuchspersonen konnten sich entweder nur hören oder nur sehen oder beides gleichzeitig. Zusätzlich seien elektronisch verfremdete Stimmen eingesetzt worden. Bei der Auswertung habe man erkannt, dass die Probanden, die nur zuhören durften, die Emotionen der anderen am besten erkennen konnten. Das habe auch beim Sprach- oder Video-Chat funktioniert. Die schlechtesten Ergebnisse lieferten demnach die Computerstimmen.

Wer jemanden richtig verstehen will, sollte zuhören, fassen die Forscher das Ergebnis zusammen. Ein trauriger Mensch spreche zum Beispiel eher in einer tieferen und monotonen Tonlage, bei Ärger oder Freude sind die Töne höher und die Sprachmelodie abwechslungsreicher. Angst äußere sich in einer hohen eintönigen Stimme, in höchster Erregung könne es sogar zum ungewollten Verschlucken von Worten oder zum Versagen der Stimme kommen. Schon kleinere und unauffälligere Nuancen in Stimmfarbe und Sprachmelodie könne das Ohr erkennen.

Forschungsleiter Michael W. Kraus zeigte sich überzeugt, dass Sprache die Emotionen auch deswegen besonders glaubwürdig transportiere, weil es viel Beherrschung und Selbstkontrolle erfordere, die Gefühle in der Stimme zu überspielen, während das Gehör schon auf kleine Unterschiede der Stimmfärbung reagiere. Mimik und Gestik könnten dagegen einfacher gesteuert und manipuliert werden. Weil das Gehirn schneller und zuverlässiger funktioniere, wenn es nicht zu viele Signale gleichzeitig verarbeiten muss, falle es schwerer visuelle und auditive Eindrücke zu beurteilen, um den Gegenüber einzuschätzen.

Tatsächlich erleben die Pro Akustiker in der Praxis häufig, dass die Kunden von Missverständnissen zuhause berichten, weil zum Beispiel die Kinder einen Witz machen, der nur zu verstehen ist, wenn man die Zwischentöne genau hört. Die aber gehen mit der Verschlechterung des Hörvermögens häufig sehr früh verloren. Für die Teilhabe am sozialen Leben und das gute Verständnis sei es deshalb wichtig, eine Hörminderung frühzeitig versorgen zu lassen.

Sie wollen genau wissen, wie gut Sie hören? Ein Hörtest bei Ihrem Pro Akustiker gibt Auskunft!

 

Hörgeräte und Anpassung im Online-Shop kaufen

27.03.2018

Online einkaufen liegt im Trend. Von Kleidung über Möbeln bis hin zu Lebensmitteln kaufen mittlerweile mehr als die Hälfte aller deutschen Bürger im Internet ein. Auch Hörgeräte gibt es online zu kaufen. Der Qualitätsverband Pro Akustik hat jetzt einen Online-Shop für Marken-Hörgeräte gestartet, in dem Kunden bei den Mitgliedern passende Dienstleistungspakete für die Anpassung erwerben können.

Unter www.proakustik-hoergeraete.de hat der Verband über 4.500 Artikel bereitgestellt, darunter eine große Auswahl an Marken-Hörgeräten der verschiedenen Bauformen, vom Basisgerät bis zur Premium-Klasse sowie die entsprechenden Dienstleistungspakete, Pflegeprodukte, Batterien und hörfreundliche Zusatztechnik. Kunden, die im Online-Shop privat Hörgeräte kaufen möchten, können sich an der Eignung orientieren, an der Batteriegröße oder gezielt nach Hörsystemen einzelner Hersteller suchen. Wer zum Beispiel gerne ins Theater und in die Oper geht und/oder seine Hörgeräte per Smartphone-App steuern möchte findet ebenso passende Modellvorschläge wie alle, denen es vor allem auf Gespräche in Ruhe ankommt oder modernes Design. Hat ein Kunde seine Hörsysteme ausgewählt und im Online-Shop gekauft, kann er entscheiden, ob sie direkt nach Hause geliefert werden sollen oder ob er sie im Betrieb des Mitglieds vor Ort abholen und direkt anpassen lassen möchte.

Dazu gibt es im Online-Shop vier Dienstleistungspakete: Basis, Economy, Komfort und Premium. Sie unterscheiden sich zum Beispiel in der Art der eingesetzten Messungen oder der Anzahl der Termine beim Hörakustiker vor Ort. Der Kauf eines Dienstleistungspakets ist nicht an den Kauf von Hörgeräten gekoppelt. Hat ein Kunde bereits Hörgeräte, kann er sich auch nur ein Dienstleistungspaket zur Anpassung kaufen.

Die Zukunft im Blick: Pro Akustik Kongress mit Rekordbeteiligung

28.02.2018

Wie eine moderne Otoplastik die Möglichkeiten eines Hörsystems erheblich erweitern kann und warum Apps als Fernbedienung für Hörgeräte eine feine Sache sind, aber auch eine Herausforderung für den Hörakustiker, dass und vieles mehr erfuhren die rund 450 Teilnehmer des Pro Akustik Kongress Ende Februar in Hannover.

Der digitale Wandel, veränderte Konsumgewohnheiten, kapitalkräftige vertikale Ketten forderten die Beratungs- und Fachkompetenzen der selbstständigen Hörakustiker jeden Tag aufs Neue heraus, so Pro Akustik-Geschäftsführer Martin Blecker in seiner kurzen Rede zum Auftakt der zweitägigen zentralen Fortbildungsveranstaltung für Mitglieder und ihre Mitarbeiter. Mit dem Programm des Kongress und der vorgeschalteten eintägigen Ausbildertagung geht der Qualitätsverband darauf ein.

Blick in die Zukunft zeigt Möglichkeiten

Für einen Blick in die Zukunft hatte der Verband Trendforscher Kai Arne Gondlach vom 2bAhead Think Tank in Leipzig eingeladen. Der wagte den weiten Bogen von Zukunftstechnologien über durch Bots vollkommen veränderte Kundenbeziehungen bis hin zu verschwindenden Standards und Unsterblichkeit als gar nicht so ferne Vision. In Bezug auf die Hörgerätetechnologie schlug er Hörgeräte vor, die als Simultandolmetscher funktionieren könnten. Sein Rat an die versammelten Pro Akustiker: Die Zukunft selbst in die Hand zu nehmen und einfach zu machen. Zukunft sei eine Frage der Perspektive, die man öfter einmal wechseln sollte. Gedächtnistrainer Markus Hofmann zeigte, wie in Bildern zu denken dabei hilft, schnell und nachhaltig Wissen aufzubauen.

Mit kurzen, zehnminütigen Vorträgen kamen die Vertreter der Industrie zu Wort. Von der Verbesserung der räumlichen Wahrnehmung über Intelligente Kompression und adaptiver Situationserkennung bis hin zum natürlichen Klang der eigenen Stimme und Onlineservice gab es einen Überblick über aktuelle Technologien und deren Möglichkeiten.

Im Austausch sind auch kniffelige Fälle zu lösen

Den größten Teil des Programms kann die Pro Akustik mit eigenen Experten besetzen. Der Verband zeichnet sich dadurch aus, viele Mitglieder in seinen Reihen zu haben, die sich speziellen Themen wie Ausbildung, Technik oder Werbung besonders widmen, eigene Arbeitsgruppen leiten oder darin mitwirken. Das spiegelt sich in dem großen Workshop- und Austauschrunden-Angebot. Im Mittelpunkt stehen Themen aus den Bereichen Handwerk, Service und Technik, die Mitglieder und ihre Mitarbeiter dabei unterstützen, ihren Kundenservice zu optimieren. Wie gehe ich zum Beispiel mit demenzkranken Kunden um, führe ein besseres Anamnese-Gespräch, aber auch, kniffelige Fälle aus dem eigenen Betrieb mit Kollegen zu lösen. Warum in der Hörakustik eben nicht nur die Hörtechnik sondern auch Otoplastiken wichtig sind und was diese leisten können, wurde ebenso beeindruckend und fachkundig geschildert wie das Otoplastik-Modelling geübt. Das Hörakustiker in Zukunft auch App-Experten sein müssen und was es dabei zu beachten gilt, konnte in der Praxis gleich ausprobiert werden.

Offener und ehrlicher Austausch unter den Kollegen und mit der Industrie sei die fundamentale Stärke der Pro Akustik, hatte Geschäftsführer Martin Blecker es in der Einladung formuliert. Mit diesem Kongress hat der Verband das einmal mehr gezeigt.

Regen, Schnee und Minustemperaturen: So kommen Hörsysteme gut durch den Winter

29.11.2017

Hörsysteme sind kostbar, denn sie geben nicht nur Hörvermögen zurück, sondern sorgen damit auch für mehr Lebensqualität. In der kalten und nassen Jahreszeit brauchen sie besonders gewissenhafte Pflege. Darauf weist die Bundesinnung der Hörakustiker hin. Hier sind die wichtigsten Tipps zusammengefasst.

Schutz vor Frost und Feuchtigkeit

Viele Menschen mögen keine Mützen oder andere Kopfbedeckungen. Dabei helfen diese nicht nur den Kopf warm zu halten, sondern auch die Hörsysteme vor Frost und Feuchtigkeit zu schützen. Damit der Klang nicht beeinträchtigt wird, sollte das Mikrofon frei bleiben.

Batterien vor dem Einsetzen anwärmen

Wenn es so richtig kalt wird, halten Batterien wie Akkus nur halb so lange. Die Empfehlung lautet daher, Batterien vor dem Einsetzen in das Hörsystem anzuwärmen. Dafür reicht es, sie zum Beispiel kurz in der geschlossenen Hand zu halten oder in eine körpernahe Tasche zu stecken. Vom Aufwärmen per Föhn dagegen raten die Experten ab. Übermäßige Hitze schadet ebenso wie Kälte. Wer auf Nummer sicher gehen will, sorgt frühzeitig für Ersatzbatterien. Klein und leicht, kann man diese auch gut mitnehmen, um sie unterwegs wenn nötig einzusetzen.

Hörsysteme gründlich trocknen

Hörsysteme bestehen aus empfindlicher Hochleistungstechnik, deren größter Feind Feuchtigkeit ist. Diese Feuchtigkeit muss nicht immer sichtbar sein. Bei hohen Temperaturschwankungen, etwa wenn man vom Spaziergang in der Winterkälte in das warme Haus zurückkehrt, entsteht Feuchtigkeit durch Schwitzwasser nicht nur an den Außenflächen, sondern auch in den Geräten. Während die Außenhaut schnell trocknet, können die Hörsysteme innen noch feucht sein, ohne das man es bemerkt.

Abhilfe schaffen spezielle Trockenstationen, Trockenboxen oder Trockenbeutel, die speziell dafür entwickelt wurden, Hörsysteme sanft und gründlich zu trocknen. Die Hörsysteme einfach auf die Heizung zu legen, in den Backofen oder sie mit dem Föhn zu trocknen ist dagegen keine gute Idee. Dies könnte die Technik nachhaltig beschädigen.

Regelmäßiger Service beim Hörakustiker

Hörsysteme sind kleine Minicomputer, die sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammensetzen. Jedes kleine Teil, sei es der Schutzfilter vor dem Lautsprecher, das Ohrpassstück, der Schlauch oder das Mikrofon, erfüllt eine wichtige Funktion. Ist nur eins beschädigt, ist die gesamte Funktion beeinträchtigt. Regelmäßige Servicetermine beim Hörakustiker sind deshalb ebenso wichtig wie die tägliche Pflege zuhause. Bei diesen Terminen überprüft der Hörakustiker die Einzelteile, führt eine professionelle Reinigung durch und ersetzt, was ersetzt werden muss, damit die Hörsysteme einwandfrei funktionieren. Wer Fragen habe oder praktische Hilfe benötige, sei beim Hörakustiker vor Ort bestens aufgehoben, empfiehlt die Bundesinnung. Der Hörakustiker ist auch der Ansprechpartner für geprüfte Pflegeutensilien, die helfen, Hörsysteme lange und gut zu erhalten.

Wenn es wieder früher dunkel wird

Warum das Gehör im Herbst besonders wichtig ist

Der Herbst ist da. Und mit ihm häufig graue, verregnete Tage, an denen es immer später hell und immer früher dunkel wird. Dämmerung und Dunkelheit, Nebel und Regen sorgen dabei für schlechte Sichtverhältnisse. Wenn unsere Augen im trüben Herbstwetter nicht mehr den vollen Durchblick haben, rückt das gute Hören in den Fokus. Denn die sichere Orientierung im Straßenverkehr und das rechtzeitige Erkennen von Gefahrenquellen hängen nun verstärkt von einem intakten Gehör ab. Das gilt für Fußgänger und für Verkehrssteilnehmer an Lenkrad und Lenker gleichermaßen. Die Geräusche herannahender Autos aber auch Alarmsignale wie Hupen oder das Martinshorn des Rettungswagens müssen zuverlässig gehört und räumlich zugeordnet werden, um Sicherheit zu gewährleisten.

Doch nicht nur die eingeschränkten Sichtverhältnisse fordern den Hörsinn im herbstlichen Straßenverkehr ganz besonders. Allgemein gilt in der Übergangszeit zwischen Sommer und Winter ein erhöhtes Unfallrisiko: Nasse, mit Laub bedeckte Fahrbahnen, Frost und Glätte sowie Regen und starker Wind sind zusätzliche Gefahrenquellen und machen es häufig schwer, das Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer richtig einzuschätzen. Die Witterungsverhältnisse führen außerdem zu längeren Bremswegen.

Umso wichtiger ist es, stets aufmerksam zu sein und schnell zu reagieren. Hierbei muss das Gehör gut funktionieren und mit dem Sehzentrum zusammen arbeiten. Eine intakte Hörleistung auf beiden Ohren ermöglicht das Richtungshören und somit ist die sichere räumliche Orientierung garantiert. Diese Voraussetzung ist für schnelles Reagieren in gefährlichen Situationen unabdinglich.

Quelle: Fördergemeinschaft Gutes Hören GmbH 


Die Ohren hören, das Gehirn versteht

Die Ohren hören, das Gehirn versteht: besseres Sprachverstehen durch regelmäßiges Tragen von Hörgeräten

Ursachen für schlechteres Hören und Verstehen mit fortschreitendem Alter sind komplexer als bisher angenommen. Nicht nur Verschleißerscheinungen im Innenohr, sondern auch der Alterungsprozess des Gehirns beeinträchtigt die Sprachverarbeitung. Das fanden Wissenschaftler der Universität Zürich heraus. Im Rahmen einer Studie wurden jüngere und ältere Menschen mit und ohne Hörverlust bezüglich ihres Sprachverstehens getestet. Demnach mussten die jüngeren Probanden deutlich weniger Anstrengung im Gehirn aufwenden, als die älteren Personen, die keinen Hörverlust hatten. Bei älteren Probanden mit einer Hörminderung war hingegen eine deutlich größere Anstrengung zu erkennen.

Die Studie zeigte auch, dass regelmäßiges Tragen von Hörgeräten wieder zu einem besseren Sprachverstehen führt. Ältere Menschen mit Hörverlust, die neu mit Hörgeräten versorgt wurden, brauchten circa zwölf Wochen intensives Training, um Sprache wieder annähernd so gut verarbeiten zu können wie Gleichaltrige ohne Hörverlust. Für die Rückkehr zu besserem Sprachverständnis sollten die Hörsysteme während des ganzes Tages, mindestens 12 Stunden ohne Unterbrechung getragen werden. Die Erkenntnisse zeigen, wie wichtig es für den Hörerfolg ist, seine Hörgeräte regelmäßig zu nutzen. Dadurch stellen sich außerdem schnell die nötige Routine und Selbstverständlichkeit ein, die wesentlich dazu beitragen, die gewohnte Lebensqualität zurückzugewinnen und Normalität in den Alltag einkehren zu lassen.

Der Verlust von Haarsinneszellen im Innenohr bleibt dabei aber der auslösende Faktor für die Hörbeeinträchtigungen, die mit der Zeit vor allem das Sprachverstehen anstrengender machen. Viele Menschen kennen dieses Phänomen. Zunächst scheint es, als ob Gesprächspartner undeutlich sprechen, auch Unterhaltungen in einer großen Runde werden merklich schwieriger. Zu Hause wird der Fernseher einige Stufen lauter geschaltet. Die gesamte Kommunikation wird zunehmend anstrengender und kann schließlich zu allgemeiner Unzufriedenheit und schneller Ermüdung führen.

Dass sich aber auch die natürlichen Alterungsprozesse im Gehirn nachteilig auf das Sprachverständnis auswirken, zeigen nun die Studienergebnisse. Denn Hören und Verstehen findet nicht nur mit den Ohren statt, sondern zu großen Teilen auch mit dem Gehirn. Beides ist im Normalfall perfekt aufeinander abgestimmt. Kommt es hier an einer Stelle zu Beeinträchtigungen, wird das gesamte System geschädigt.

Hörgeräte helfen dabei, die Defizite bei der Schallaufnahme individuell auszugleichen, ihre regelmäßige und konsequente Nutzung unterstützt das Hörzentrum im Gehirn bei der Auswertung des Gehörten. Im Gegensatz zu den Haarsinneszellen, die sich nicht regenerieren können, ist das Gehirn dagegen in der Lage durch regelmäßiges Training, neue neurale Verknüpfungen zu erstellen und somit wieder ein besseres Sprachverstehen zu ermöglichen. Dafür sind vom Hörakustiker angepasste Hörsysteme die Voraussetzung.

Quelle: Fördergemeinschaft Gutes Hören GmbH